Powerchords Gitarre – Grifftabelle & Diagramme
Ein Powerchord (Quintakkord, Suffix "5") enthaelt nur Grundton und Quinte: weder grosse noch kleine Terz, also weder Dur- noch Moll-Charakter. Es ist ein verschiebbarer Griff — dieselbe Fingerhaltung wandert das ganze Griffbrett entlang, um die Tonart zu wechseln — und wird staendig in Rock und Metal eingesetzt, oft mit Verzerrung.
Diese Seite versammelt alle 12 Powerchords des Griffbretts, einen pro Grundton, jederzeit nachschlagbar, ohne sie bei jedem Tonartwechsel neu berechnen zu müssen. Sie richtet sich sowohl an Einsteiger an der E-Gitarre, die etwas Einfacheres als komplette offene Akkorde suchen, als auch an Spieler, die einen Griff schnell nachprüfen oder eine ungewöhnliche Tonart erkunden wollen. Der eigentliche Wert des Powerchords geht über seine Einfachheit hinaus: seine bewegliche, terzlose Form macht ihn zum direktesten Transpositionswerkzeug der Gitarre — eine einzige gemerkte Form reicht aus, um ihn in allen 12 Tonarten zu spielen, was auf keinen offenen Akkord zutrifft. Der Gewinn: eine schnelle Abkürzung, um Riffs aneinanderzureihen, unabhängig von der Griffbrettposition oder der Tonart des Songs.
Powerchord-Tabelle: Töne und Startbund
Zu jedem Powerchord: die drei gespielten Töne (Grundton, Quinte, Oktave) und der Bund, auf den der Zeigefinger kommt, um denselben Griff auf der tiefen E- oder der A-Saite zu spielen.
| Powerchord | Töne | Bund auf der tiefen E-Saite (6.) | Bund auf der A-Saite (5.) |
|---|---|---|---|
| C5 | C – G – C | 8 | 3 |
| C#5 | C# – G# – C# | 9 | 4 |
| D5 | D – A – D | 10 | 5 |
| D#5 | D# – A# – D# | 11 | 6 |
| E5 | E – B – E | 0 | 7 |
| F5 | F – C – F | 1 | 8 |
| F#5 | F# – C# – F# | 2 | 9 |
| G5 | G – D – G | 3 | 10 |
| G#5 | G# – D# – G# | 4 | 11 |
| A5 | A – E – A | 5 | 0 |
| A#5 | A# – F – A# | 6 | 1 |
| B5 | B – F# – B | 7 | 2 |
So lesen und nutzen Sie diese Diagramme
Jedes Diagramm entspricht genau einem Grundton: suchen Sie die Note mit der „5" (zum Beispiel E5, A5, D5), um den gesuchten Powerchord zu finden. Der Griff bleibt auf den tiefen Saiten fast immer gleich — zwei Finger, einen Bund versetzt zwischen Grundton und Quinte, manchmal ergänzt durch die Oktave auf der Saite darüber. Ist dieser Griff einmal auf einem Grundton verinnerlicht, genügt es, ihn das Griffbrett entlang zu verschieben, um die Tonart zu wechseln: der Bund unter dem Zeigefinger verrät direkt den Akkordnamen.
Im Gegensatz zu einem Dur- oder Moll-Akkord enthält ein Powerchord weder eine große noch eine kleine Terz — nur Grundton und Quinte, manchmal an der Oktave verdoppelt. Diese fehlende Terz macht ihn harmonisch neutral: er entscheidet sich weder für Dur noch für Moll, weshalb er über einer Akkordfolge in a-Moll genauso funktioniert wie über einer in A-Dur, ohne Reibung. Das erklärt auch, warum er Verzerrung so gut verträgt, die Terzen sonst dissonant hervortreten lässt.
Warum der Powerchord weder Dur noch Moll ist →
Praktische Tipps und häufige Fehler
- Dämpfen Sie ungenutzte Saiten mit der Handkante oder dem Zeigefinger ab: ein „schmutzig" klingender Powerchord liegt fast immer an einer benachbarten tiefen Saite, die ungewollt mitschwingt — nicht an einem falschen Griff.
- Suchen Sie nicht aus Gewohnheit nach der Terz. Viele Anfänger fügen eine dritte Saite hinzu, weil sie den Akkord „bereichern" wollen — genau das Fehlen der Terz ergibt aber den gesuchten Klang.
- Trainieren Sie Palm Muting getrennt vom Griff: die Griffhand formt den Akkord, die Anschlagshand steuert die Dämpfung am Steg. Üben Sie beide Bewegungen einzeln, bevor Sie sie kombinieren.
- Orientieren Sie sich an den Bundmarkierungen (3, 5, 7, 9, 12), statt jedes Mal Bund für Bund zu zählen — das macht das schnelle Verschieben der Position in der Praxis erst möglich.
- Beschränken Sie Powerchords nicht auf verzerrte Sounds: clean gespielt, mit etwas Hall, funktionieren sie auch für offener klingende Begleitungen — entscheidend ist die harmonische Einfachheit, nicht das Genre.
Konkrete Beispiele
Das klassische Riff, das den Powerchord berühmt gemacht hat, wechselt zwischen zwei oder drei Grundtönen im treibenden Rhythmus — etwa E5, dann G5, dann A5 in Schleife, in Achteln gespielt, mit Palm Mute auf den leichten Zählzeiten und vollem Akkord auf der betonten: das Rückgrat unzähliger Rock- und Punk-Riffs.
Im Metal wird dieselbe Logik beschleunigt und noch stärker gedämpft, mit Sechzehntel-Läufen und einem strafferen Anschlag für ein perkussiveres, weniger melodisches Ergebnis. Um diese Folgen an echten Akkordfolgen statt an isolierten Beispielen zu üben: