Pentatonische Tonleiter

Die pentatonische Tonleiter hat nur fünf Töne pro Oktave (gegenüber sieben bei einer klassischen Dur- oder Moll-Tonleiter) — der Name kommt vom griechischen penta, fünf. Entfernt man zwei Töne aus der natürlichen Moll-Tonleiter, verschwinden die Halbtonschritte, die für Anfänger als am schwersten mit dem Ohr zu treffen gelten.

Deshalb ist die Pentatonik fast immer das erste Improvisationswerkzeug, das auf der Gitarre vermittelt wird: auf jeder Note der Box klingt nichts eklatant „falsch", anders als bei einer siebentönigen Tonleiter, bei der bestimmte Stufen je nach zugrunde liegendem Akkord vorsichtig behandelt werden müssen.

Der Kompromiss, den die Pentatonik stillschweigend erzwingt

Diese Toleranz hat einen selten erklärten Nachteil: die Pentatonik funktioniert fast überall genau deshalb, weil sie harmonisch weniger präzise ist als eine vollständige Tonleiter — sie weicht Spannungen aus, statt sie aufzulösen. Dieselbe Position 1 der e-Moll-Pentatonik funktioniert im Guitarshelf-Katalog gleichermaßen über einer Blues-Progression wie über einem Metal-Riff, während eine vollständige Dur-Tonleiter nicht für beides geeignet wäre.

Passende Uebungsblaetter